Goldene Gene – Oder wie speichert man alles Lebendige in einer unermesslichen Welt?

ein Film von Ursula HANSBAUER, Wolfgang KONRAD und Clemens STACHEL // Screening und Diskussion mit den Regisseur_innen und der Bioethikerin Gabriele WERNER-FELMAYER

Filmstill Golden Genes, UK Biobank (GBR) Lucfilm.

In der Reihe Follow-Ups, die Arbeiten vorstellt, die von ehemaligen Fellows in Büchsenhausen begonnen aber erst nach Ende des Fellowships beendet wurden, zeigt das Künstlerhaus Büchsenhausen den Film Goldene Gene von Ursula Hansbauer, Wolfgang Konrad und Clemens Stachel. Hansbauer und Konrad waren 2007/08 Fellows im Künstlerhaus Büchsenhausen. Damals haben sie in Büchsenhausen erste Recherchen zum Themenfeld der Biodatenbanken und lebenden Archive durchgeführt.

Goldene Gene ist eine Reise zu einigen der größten, der ältesten und der modernsten Archive des Lebens. Vom Svalbard Global Seed Vault auf Spitzbergen über die Tierzellbank des deutschen Fraunhofer–Instituts bis zum größten Biodiversitätsspeicher der Welt im chinesischen Shenzhen: Biobanken wie diese sind die Datenzentren im Netz der globalen genetischen Forschungscommunity. Die Informationen, die sie aus der DNA von Lebewesen generieren, sind die Arbeitsgrundlage der heutigen Lebenswissenschaften.

Doch Biobanken tun mehr als das. In ihren Kühlregalen verwischen sie die Grenzen zwischen den Lebensformen. Ob Pilz, Bakterium oder Mensch — die Technologie macht alle gleich. So stellen Biobanken uns Menschen vor eine fundamentale Frage: Was bedeutet es, im genomischen Zeitalter ein Teil der Natur zu sein?

Was noch vor 20 Jahren denkunmöglich war, wird von den Wissenschafter_innen, die in Goldene Gene zu Wort kommen, bereits als konkretes Forschungsvorhaben diskutiert: Die Speicherung der DNA von allem Leben auf der Erde — eine Idee, die mit der hundertjährigen Geschichte der Genetik eng verbunden ist und die heute erstmals realisierbar scheint.

Halb Naturfilm, halb politische Dokumentation, macht Goldene Gene deutlich, welche enorme Herausforderung die umfassende Erforschung der Biodiversität für unsere Gesellschaft aber auch für unser Bild vom Menschen darstellt.

zum Trailer: Goldene Gene

Nach der Filmvorführung folgt eine Diskussion zwischen den Regisseur_innen und der an der Medizinischen Universität Innsbruck tätigen Bioethikerin Gabriele Werner-Felmayer.

Goldene Gene, Österreich, 2016, 90 min; 16:9, Audio 5.1; Konzept/Regie/Schnitt: Ursula Hansbauer, Wolfgang Konrad, Clemens Stachel; Kamera: Leena Koppe; Musik: Barbara Konrad und Klaus Lang; Stimme: Eva Löbau (deutsche Version), Anne Kozeluh (englische Version). Im Vertrieb von filmdelights, Wien.

 

Biografien:

Ursula Hansbauer studierte konzeptuelle Kunst an der Akademie der bildenden Künste in Wien und an der Nationalen Kunstakademie in Sofia.
Wolfgang Konrad studierte an der Fotoschule Friedl Kubelka in Wien sowie konzeptuelle Kunst an der Akademie der bildenden Künste in Wien und an der Nationalen Kunstakademie in Sofia.
Gemeinsam haben Hansbauer und Konrad seit 1999 mehrere Ausstellungen und Medieninstallationen realisiert. In den meisten ihrer Arbeiten beschäftigen sie sich mit der Beziehung zwischen Mensch und Natur, mit der Veränderlichkeit von Naturbildern sowie mit politischen und gesellschaftlichen Implikationen der Life Sciences.
Hansbauer und Konrad waren 2007/08 Fellows im Künstlerhaus Büchsenhausen.

Clemens Stachel studierte Geschichte und Medienwissenschaften in Wien und Lyon. Er arbeitet als freier Journalist in Wien und hat sich in unterschiedlichen Kollaborationen an Kunst– und Filmprojekten beteiligt.

Gabriele Werner-Felmayer ist Professorin am Biozentrum der Medizinischen Universität Innsbruck, Sektion Biologische Chemie. Sie ist unter anderem Expertin in den Bereichen Ethik und Fehlverhalten in der Wissenschaft sowie hinsichtlich der Wechselwirkungen von Wissenschaft und Gesellschaft.

Veranstaltungsort
Künstlerhaus Büchsenhausen

Weiherburggasse 13
A-6020 Innsbruck
+43 512 278627
office@buchsenhausen.at