Performance-Abend

mit Nathan GRAY, Olive MICHEL & Fred HYSTÈRE, Kerstin SCHROEDINGER

Bild-Credits (von oben nach unten): "J'ai everyday ma substance", Detox-Sound-Performance von Olive Michel, Fred Hystère & the Nightshifters; "The Alleged Body", Kerstin Schroedinger, 2017; "The Obverse", Nathan Gray, 2016.

 

Auf Einladung von Kerstin Schroedinger findet im Künstlerhaus Büchsenhausen am Samstag 20. Mai ab 17.00 Uhr ein Performance-Abend statt.
Performer*innen sind Nathan Gray, Olive Michel & Fred Hystère, sowie Kerstin Schroedinger selbst.

 

Performances und Künstler_innen:

J’ai everyday ma substance, 2017
Detox-Sound-Performance von Olive Michel, Fred Hystère & the Nightshifters

Nightshifts of Resistance in the Poison Cabinet. A big String Figure. Es geht um Soziale Entgiftung, Gift Economies, Social Entanglements and Sonic Environments, und wir die eure Fussnoten-Schuhe tragen. Softcore Crediting als feministisches Herantasten, ein Vorschlag – Verlernen der Künstlerfigur. Das Zitat von dir, kursieren wir. Danke für den Hinweis! Was it you who told me? I take care, I swear. Concepts by non-Western artists and thinkers. Worte zirkulieren, and so does sound. Concepts rarely travel in the opposite direction. Someone said to become criminal is the only possible position these days not to be governed by fascists. These days, j’ai everyday ma substance.

Der angebliche Körper, 2017
von Kerstin Schroedinger

Der angebliche Körper ist eine Performance, die sich aus der Video-Installation Bläue (sie war 2016 in der Ausstellung Unheimliche Formationen im Künstlerhaus Büchsenhausen zu sehen) entwickelte. Eine Figur, die auch in dem Video zu sehen ist, führt die Belichtungs- und Entwicklungsschritte einer Cyanotypie vor. Die Aufmerksamkeit verlagert sich dabei von den Orten, die in dem Video aufgesucht werden, auf den Körper als Ware beziehungsweise Konsument pharmazeutischer Produkte. Dieser Körper leitet sich vom produktiven Körper der fordistischen Arbeit her – analog zu den Produktionsräumen, die im Video zu sehen sind. Angesichts entmaterialisierter Arbeit und der Produktion postdigitaler Bildräume versucht dieser Körper gegen die Einwirkung chemischer Substanzen und gegen eine postidentitäre und neoliberale Bestimmung seiner Bewegungen performativ einzugreifen, indem er zwischen den Rollen der Forscher_in, Wissenschaftler_in, Athlet_in, Pharmazeut_in, Ärzt_in und Frau changiert. Während wir auf die Belichtung und Entwicklung der Cyanotypien warten, innerhalb dieses Zeitraums zwischen Transformation und Fixierung, kommt ein ganz anderes Bild zum Vorschein: ein anaesthetisches Bild, das sich vom Zeitkontinuum gelöst hat und eines starren Referenzrahmens entbehrt.

The Obverse, 2017
von Nathan Gray

Angeregt von der Selbstverbrennung zweier Asylsuchender im australischen Flüchtlingscamp Nauru sowie von der persönlichen Erfahrung des Freitods eines Verwandten, der auf ebendiese Weise aus dem Leben schied, sucht Nathan Gray in The Obverse (dt. Die Kehrseite) nach dem Sinngehalt dieser tragischen Akte. Die Performance ist eine poetische Erkundung der Geschichte politischer Selbstverbrennungen, die hier als eine spontane Strategie zur Zerstörung von Restriktionen formuliert wird, als Versuch, denjenigen Gehör zu verschaffen, die systematisch zum Schweigen gebracht und ignoriert werden.

 

Kerstin Schroedinger arbeitet in den Bereichen Video, Sound und Performance. Ihre historiographische Praxis befragt die Mittel der Bildproduktion, historische Kontinuitäten und ideologische Darstellungen der Repräsentation. Ihre Arbeiten und kuratorische Praxis sind meist kollaborativ. Zu ihren jüngsten Arbeiten gehören Der angebliche Körper (Performance), aufgeführt beim Images Festival Toronto und bei Les Complices * Zürich 2017, Fugue (Film, 2015) sowie Rainbow’s Gravity (Video, 2014) und Red, She Said (Video, 2011) beide in Zusammenarbeit mit Mareike Bernien. Ihre Arbeit wurde unter anderem im Whitney Museum of American Art, Anthology Film Archives New York, Forum Expanded der Berlinale, Kurzfilmfestival Oberhausen, Internationales Filmfestival Toronto, Gasworks London, Arnolfini Bristol, Whitechapel Gallery London gezeigt, Ausstellungen unter anderem im MIT List Visual Arts Center Boston (2016), PhotoCairo #6 (2017), FMAC Mediathèque Genf (2016), Die Schule von Kiew – 2. Kiew Biennale 2015, Helmhaus Zürich (2015), Kunstpavillion Innsbruck (2017).

Romy Rüegger alias Olive Michel macht Kunst, recherchiert, schreibt und kuratiert. Lebt und liebt als Pseudonym in den Sound Performances, die zusammen mit Fred Hystère entstehen. Arbeitet an Orten, die soziale Veränderungen adressieren und unterschiedliche feministische Zukünfte hervorbringen. Olives Arbeit adressiert und findet in Freundschaften statt, die assoziative Sprache, das Leben der Performer_innen und der Begriffe als Politiken mündlicher, informeller und verkörpernd Geschichtsschreibung der Rhythmen und des Verlernens adressieren.

www.farfar.ch

Anna Frei alias Fred Hystère ist Künstler*in, Sonic Researcher, Kulturproduzent*in, Grafikdesigner*in, Herausgeber*in, DJ und Plattenladenmitbetreiber*in, lebt und arbeitet in Zürich. Sie* ist in mehreren kollaborativen Kunst-, Performance- und Musikprojekten involviert und an der Gestaltung und Konzeption von Buchpublikationen und Editionen (Edition Fink, OOR Editions u.a.) beteiligt. Sie* organisiert auch diskursive Audio-Formate und Konzerte. Als DJ Fred Hystère erforscht sie* komplexe, emanzipatorische Narrative durch experimentelle DJ-Mixes. Sie* wirkt(e) an Performances und Audiostücken unter anderem mit knowbotiq, Romy Rüegger, Franziska Koch, Sally Schonfeldt u.a. Seit 2014 ist Anna Frei Mitbetreiber*in und Kokurator*in von OOR Records / OOR Sallon, eines kooperativ geführten Platten- und Bücherladens in Zürich, das sich auch der Musikproduktion widmet.

oor-rec.ch

Nathan Gray interessiert sich in seiner musikalischen Experimental- und Improvisationspraxis für die Reglementierungen, die die Entstehung von Improvisation bedingen. Er wendet Knappheit, Präzision und Humor als künstlerische Strategien an, um unausgesprochene Formkonventionen aufzuzeigen und neue Formmöglichkeiten innerhalb der begrenzten Materialität des Alltäglichen zu eröffnen. Ausgangspunkt für Grays Arbeiten sind meist kuratorische Kurzbeschreibungen, selbstauferlegte oder kollektiv ausverhandelte Handlungsvereinbarungen, aber auch die physischen, rechtlichen, ökonomischen und materiellen Bedingungen einer Ausstellung oder Performance, bis hin zu den Sachzwängen des Alltags. Seine Auseinandersetzung zielt auf eine Schärfung der visuellen, akustischen oder haptischen Wahrnehmung für üblicherweise verborgene Regel und Konventionen.

Veranstaltungsort
Künstlerhaus Büchsenhausen

Weiherburggasse 13
A-6020 Innsbruck
+43 512 278627
office@buchsenhausen.at