Bitte nicht nur auf Deutsch! – Ideen für Mehrsprachigkeit

Verfolgt man die Integrationsdebatte, so wird deutlich, dass darin die Verpflichtung zum Erlernen der deutschen Sprache eine zentrale Position einnimmt. Staatlich überprüfte Integrationskurse sind mit festgesetzten Lerninhalten etabliert. Es gibt aber auch andere Deutschkurse, die die kritische Aneignung der Sprache der Mehrheitsgesellschaft fördern. Dabei geht es um die Erweiterung der Partizipationsmöglichkeiten. Eine gerechte Teilhabe am Arbeitsmarkt kann jedoch nur durch die Förderung der Minderheitensprachen durchgesetzt werden.

In Südtirol etwa werden durch einen „Sprach-Proporz“ öffentliche Stellen besetzt. Dieser verlangt, dass die drei Sprachgruppen (Italienisch, Deutsch, Ladinisch) entsprechend ihrem Anteil an der Bevölkerung berücksichtigt werden. Warum sollte dieses Prinzip der anteiligen Stellenbesetzung nicht auch in Österreich und Deutschland Anwendung finden?

Nach kurzen Vorträgen diskutierten Günther Rautz, Rubia Salgado und Verena Wisthaler gemeinsam mit Farida Heuck über Formen von Mehrsprachigkeit aus staatlicher (Südtirol) und migrantischer (maiz) Perspektive.

Farida HEUCK ist bildende Künstlerin und lebt in Berlin. In ihrer Arbeit setzt sie sich immer wieder mit dem Spannungsfeld von Kunst und Politik auseinander. Ihre multimedialen orts- und kontextspezifischen Installationen versteht sie als Schnittstelle zwischen den Bedingungen und der medialen Repräsentation von Migration. Dabei stehen Fragen nach Identitätszuschreibung täglichen Leben, deren Stereotypisierung und die daraus folgenden Ein- und Ausschlusskriterien im Vordergrund.
www.faridaheuck.net

Günther RAUTZ arbeitet als Koordinator am Institut für Minderheitenrecht an der Europäischen Akademie Bozen (EURAC).
www.eurac.edu

Rubia SALGADO ist Mitbegründerin des und Mitarbeiterin am Autonomen Zentrum von und für Migrantinnen Linz (maiz).
www.maiz.at

Verena WISTHALER arbeitet als Researcher am Institut für Minderheitenrecht an der Europäischen Akademie Bozen (EURAC). Mitarbeit am Forschungsprojekt MigrAlp 2008–11 zusammen mit dem ZeMiT, Zentrum für MigrantInnen in Tirol, Innsbruck.
www.eurac.edu

Veranstaltungsort
Künstlerhaus Büchsenhausen

Weiherburggasse 13
A-6020 Innsbruck
+43 512 278627
office@buchsenhausen.at