Griot Girlz – Feminist Art and the Black Atlantic

Design: Annette Sonnewend

Griot Girlz ist die Antwort auf den Begriff des „Riot Grrrl“, der im Kunst-Zusammenhang auf feministische Kunst im Rock- und Punkkontext verweist. Der Begriff „Griot Girlz“ hingegen bezieht sich auf feministische Kunst im Kontext von Musik mit afrikanischen Wurzeln. Die Ausstellung Griot Girlz zeigte Kunst, die sich mit der musikalischen Tradition der Black-Atlantic-Diaspora auseinandersetzt.

Sonia Boyce (*1962, lebt und arbeitet in London) spielte in den 1980er Jahren in Großbritannien eine Schlüsselrolle als eine der Repräsentantinnen des Black Art Movements. In der Ausstellung Griot Girlz war sie mit der konzeptuellen Arbeit devotional wallpaper beteiligt – einer Auflistung von 200 Namen ausschließlich schwarzer, weiblicher Musikerinnen. Die Auswahl der Musikerinnen reicht von den 1960er Jahren bis in die Gegenwart und nennt Shirley Bassey, Najma Arhbar & Vula Malinga (Basement Jaxx), Shara Nelson & Sara Jay (Massive Attack), Skin (aka Skunk Anansie), Moni Love, Martine Topley-Bird (Tricky) u. a. Viele der gelisteten Musikerinnen des devotional wallpaper waren in den britischen Charts und sind jeder Engländerin durch das Radio bekannt. Die Arbeit repräsentiert auf einen Blick den großen weiblichen afroatlantischen Bestandteil britischer Alltagskultur.

Zur Ausstellung erschien in der Reihe Büchs’n’Books ein Essay von Dieter Lesage und Ina Wudtke mit dem Titel Black Sound White Cube.

Ina WUDTKE (*1968) ist Künstlerin und DJane und lebt in Berlin. Ihre Arbeit versteht sie als visuelle, interkulturelle und interdisziplinäre Recherche. In ihren Installationen verwendet sie Techniken wie Mixing, Serialität und Re-Repräsentation, die im Kontext der Geschichte von „black culture“ und „new feminism“ als Wege zur Rückaneignung und Wiederermächtigung entwickelt wurden. Sie kuratierte in diesem Kontext auch verschiedene internationale Ausstellungen.
www.inawudtke.com

Minouk LIM (*1968, lebt und arbeitet in Seoul; www.minouklim.com) beschäftigt sich in ihrem Video New Town Ghost mit dem Ausverkauf von Städten und der Umwandlung von Universitäten in Dienstleistungsbetriebe der Wissensökonomie. Ihr Video dreht sich vor allem um die Veränderungen ihres Stadtviertels Yeongdeungpos (Seoul), die durch den Bau eines großen Einkaufszentrums mit Wohnanlage in Gang gesetzt wurden. Lim schrieb darüber zuerst einen langen Text. Dann initiierte sie eine Performance dieses Textes von einer jungen koreanischen Slam-Poetin mit Megaphon zu den Breakbeats eines Live-Schlagzeugers auf der Ladefläche eines Kleinlasters. Während der Performance filmte Lim die beiden auf der Fahrt durch genau jenen Stadtteil, von dem der Text handelt. Mit dieser mutigen politischen Performance-Aktion hoffte sie, eine Reaktion der lokalen Bevölkerung zu provozieren.

Yvette MATTERN (geboren in San Juan, Puerto Rico, lebt zwischen New York und Berlin; yvettemattern.com) filmte ihre Mutter und stellte dabei viele Fragen, die ihre weiße Großmutter und ihren schwarzen Großvater betreffen. Das Video Interview with my Mother, Mulatta/Mestizo spiegelt den puertoricanischen Rassismus wieder, der sich ganz in der Selbstwahrnehmung ihrer Mutter eingeschrieben zu haben scheint. Neben vielen Details aus dem Leben der Mutter hören wir sie auch Summertime singen, als Verweis auf ihren Vater, der ihr als Musiker das Singen beibrachte.

Veranstaltungsort
Künstlerhaus Büchsenhausen

Weiherburggasse 13
A-6020 Innsbruck
+43 512 278627
office@buchsenhausen.at