Movement Politics in Eastern Europe: Focus Belarus

Sasha IHNATOVICH, Airi TRIISBERG

Foto: Sasha IHNATOVICH

Sasha IHNATOVICH im Gespräch mit Airi TRIISBERG

Das Spektrum linker Politik in Osteuropa wird meist als schwach und fragmentiert beschrieben. Politische Initiativen organisieren sich in kleinen Gruppen, die oft kurzlebig sind, kampagnenorientiert agieren und selten den Status einer „sozialen Bewegung“ erlangen. Die Veranstaltung wird sich mit den Kontinuitäten und Diskontinuitäten innerhalb der linken Organisationen in Osteuropa befassen, insbesondere mit Situation im besonderen Kontext von Weißrussland. Die Aktivistin Sasha Ihnatovich wird eine Auswahl aktueller politischer Initiativen in Weißrussland vorstellen, insbesondere solche, die aus feministischen, queeren und ökologischen Aktivismus-Kontexten enstanden sind. Im Fokus der Diskussion werden auch die Zusammensetzung dieser politischen Kunstpraktiken und deren Schnittstellen zu politischen Bewegungen stehen.

Ausgehend von konkreten Beispielen wird die Diskussion folgende Fragen adressieren: Wie wird linke Politik im postsowjetischen Kontext begriffen, wo sie normalerweise keine positive Konnotation aufweist? Was bedeutet es, politisch zu sein, und wer ist heute das politische Subjekt in Weißrussland? Wie erfolgt die politische Organisation in verschiedenen Gruppen, Netzwerken, Kompositionen, kleinen Organisationen und Bewegungen? Welche Strategien wenden diese Initiativen an? Wie definieren westliche Geldgeber die Agenda der verschiedenen zivilgesellschaftlichen Akteur_innen in Weißrussland? Wie arbeiten dort lebende Künstler_innen und Aktivist_innen zusammen? Und wie wirkt die Handlungskompetenz von Kunst und Kultur als Werkzeug für politische Kritik und sozialen Wandel?

Die Veranstaltung findet im Kontext der künstlerischen Investigation Activist Biographies in Eastern Europe von Airi TRIISBERG und in englischer Sprache statt.

Airi TRIISBERG ist eine unabhängige Kuratorin, Autorin und Pädagogin mit Sitz in Tallinn. Ihr Interesse gilt Themen wie Gender und Sexualität, Krankheit/Gesundheit und Un/fähigkeiten, Selbstorganisation und kollektive Fürsorgepraktiken sowie dem Kampf gegen prekäre Arbeitsbedingungen im Kunstbereich und darüber hinaus. Ihre Praxis operiert meist an der Schnittstelle zwischen politischer Bildung, Selbstorganisation und Wissensproduktion. Eines ihrer andauernden Forschungsinteressen konzentriert sich auf historische und gegenwärtige Momente, in denen die Erfahrungen eines Lebens mit Krankheit oder Beeinträchtigung im Dienste einer sozialkritischen Artikulation politisiert wurden. 2015 kuratierte sie Get Well Soon!, eine Ausstellung, in der soziale Imaginationen, die in den radikalen Bewegungen der 1970er Jahre wurzeln, künstlerischen Iterationen unterzogen wurden. 2010-2012 war Triisberg aktives Mitglied der Kunstarbeiterbewegung in Tallinn. 2015 veröffentlichte sie gemeinsam mit Minna Henriksson und Erik Krikortz das Buch Art Workers – Material Conditions and Labour Struggles in Contemporary Art Practice.

Sasha IHNATOVICH ist Feministin, Kulturmanagerin, Aktivistin, Forscherin im Bereich der visuellen Kultur, unabhängige Filmemacherin und Filmtutorin. Sie hat eine Reihe von Kurzdokumentar- und Experimentalfilmen produziert und mehrere Filmfestivals kuratiert, darunter Meta- Queerfest Short Film & Animation (2015, Belarus), Luksuz Film Festival (2014, 2018, 2019 Slowenien), toKino (2013, Litauen). Darüber hinaus betreut sie verschiedene Medien- und Filmworkshops für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Weißrussland, Litauen und Slowenien. In den Jahren 2015 – 2017 war sie im feministischen LGBTQ+ Projekt MAKEOUT in Weißrussland tätig. Iin diesem Rahmen organisierte und kuratierte sie 2016-2017 das FemQueerLab: Labor für feministischen (und) Queer Film und war Forschungskuratorin in einem Projekt zu Gender-Sensibilisierung und Hassrede in weißrussischen Medien.

Veranstaltungsort
Künstlerhaus Büchsenhausen

Weiherburggasse 13
A-6020 Innsbruck
+43 512 278627
office@buchsenhausen.at