Practice as Exchange

Seçil YAYLALI

Seçil Yaylalı, İsmail's menemen shop, a venue of Pasaj for artistic interventions, 2016, Tarlabaşı, İstanbul.

Auf Einladung des Büchsenhausen-Fellows belit sağ im Rahmen ihrer künstlerischen Investigation [the–——- work] über Zensur als gesellschaftlicher Zustand spricht die Künstlerin und Pädagogin Seçil Yaylalı am Dienstag 10. April 2018 um 19 Uhr im Künstlerhaus Büchsenhausen über ihre Arbeit im Sinne einer Praxis als Austausch.
Yaylalıs Arbeit artikuliert sich vor allem als sozial engagierte Kunst, etwa in Form partizipatorischer Kunstprojekte mit unterschiedlichsten sozialen Gruppen wie etwa Zwangsmigrant_innen in Diyarbakir (Südostanatolien, Türkei) und Ramallah (Westjordanland), Psychatriepatient_innen in Novara (Piemont, Italien), Jugendlichen in Alexandria (Ägypten), Berlin, Barcelona und Istanbul, oder Straßenhändler_innen in Turin. In jedem dieser Projekte schafft Yaylalı ein Setting, das den spezifischen Bedürfnissen und Anforderungen der Teilnehmer_innen entgegenkommt und dadurch eine kollaborative, produktive Auseinandersestzung mit den jeweiligen inhaltlichen Schwerpunkten ermöglicht. Anschließend findet ein Gespräch mit dem Publikum statt.

belit sağ lebt als Videokünstlerin in Amsterdam. Sie studierte Mathematik in Ankara und audiovisuelle Kunst in Amsterdam. Ihre Video-Praxis entwickelte sich in video-aktivistischen Künstler_innen-Gruppen in Ankara und Istanbul, wo sie Projekte wie karahaber.org (2000-2007) und bak.ma (ein wachsendes audiovisuelles Onlinearchiv für soziale Bewegungen in der Türkei) mitinitiierte. Ihre aktuelle Arbeit konzentriert sich auf die ‚Gewalt der Darstellung‘ beziehungsweise die ‚Darstellung der Gewalt‘. Ausgehend von ihrer eigenen Erfahrung mit Zensur in der Türkei lädt sağ im Rahmen ihres Fellowships in Büchsenhausen drei Künstlerinnen aus diesem Land, die ebenfalls persönlich Opfer von Zensur waren, nach Innsbruck ein. Durch einen offenen Austausch mit diesen Künstlerinnen beabsichtigt sağ, die Prozesse offenzulegen, die Künstler_innen auf Grund von Zensur durchmachen müssen, sowie die Auswirkungen auf ihr jeweiliges Leben und den jeweiligen künstlerischen Ausdruck. Das Projekt will erforschen, wie die individuelle und emotionale Erfahrung von Zensur mit anderen geteilt werden kann, welche künstlerische Taktiken als Antwort auf Repression taugen, welche Subjektivitäten Zensur erzeugt und wie diese Subjektivierung durch Affekte verläuft.
Sie absolvierte Residiencies in Rijksakademie van Beeldende Kunsten, Amsterdam vom 2014-2015; und das International Studio and Curatorial Program, New York in 2016. Sağs Arbeiten wurden in zahreichen Museen, Gallerien und Filmfestivals weltweit präsentiert. Unter anderem MOCA, Taipei; Tütün Deposu, Istanbul; Tabakalera Film Seminar, San Sebastian; Toronto/Rotterdam/San Francisco/New York International Film Fest./International Documentary Film Fest. Amsterdam (IDFA); EYE Filmmuseum, Amsterdam; documenta14, Kassel; Marabouparken, Stockholm.
bit.contrast.org

Seçil Yaylalı ist Künstlerin und Pädagogin mit einer Expertise in den Bereichen Stadtplanung, Industrie-Design und Kunst. Sie ist Mitbegründerin von PASAJ, einer in Istanbul ansässigen Künstler_innen-Initiative, die mit verschiedenen sozialen Gemeinschaften zusammenarbeitet und entsprechende Projekte, Ausstellungen und Workshops ermöglicht. Yaylalı unterrichtet an der Technischen Universität in Istanbul in den Fächern Design und Gegenwartskunst.

Veranstaltungsort
Künstlerhaus Büchsenhausen

Weiherburggasse 13
A-6020 Innsbruck
+43 512 278627
office@buchsenhausen.at