Rethinking Debates on Freedom of the Arts and its Limits

Vortrag von Banu KARACA (Anthropologin, Mercator-IPC Fellow, Istanbul)

Foto: belit sağ, 2018.

In ihrem Vortrag Rethinking Debates on Freedom of the Arts and its Limits wirft die Anthropologin Banu Karaca einen ausführlichen Blick darauf, wie unterschiedliche Formen von Kunstzensur in der Türkei, in Deutschland und generell im europäischen Kontext praktiziert werden. Sie untersucht künstlerische Strategien, die sich gegen die Zensur zur Wehr setzen.

Die Veranstaltung ist eine Zusammenarbeit von
KÜNSTLERHAUS BÜCHSENHAUSEN, FREIRAD – Das freie Radio Innsbruck und ZeMiT – Zentrum für Migrant_innen in Tirol
im Rahmen des Projekts [the ——- work] von belit SAǦ.

belit sağ lebt als Videokünstlerin in Amsterdam. Sie studierte Mathematik in Ankara und audiovisuelle Kunst in Amsterdam. Ihre Video-Praxis entwickelte sich in video-aktivistischen Künstler_innen-Gruppen in Ankara und Istanbul, wo sie Projekte wie karahaber.org (2000-2007) und bak.ma (ein wachsendes audiovisuelles Onlinearchiv für soziale Bewegungen in der Türkei) mitinitiierte. Ihre aktuelle Arbeit konzentriert sich auf die ‚Gewalt der Darstellung‘ beziehungsweise die ‚Darstellung der Gewalt‘. Ausgehend von ihrer eigenen Erfahrung mit Zensur in der Türkei lädt sağ im Rahmen ihres Fellowships in Büchsenhausen drei Künstlerinnen aus diesem Land, die ebenfalls persönlich Opfer von Zensur waren, nach Innsbruck ein. Durch einen offenen Austausch mit diesen Künstlerinnen beabsichtigt sağ, die Prozesse offenzulegen, die Künstler_innen auf Grund von Zensur durchmachen müssen, sowie die Auswirkungen auf ihr jeweiliges Leben und den jeweiligen künstlerischen Ausdruck. Das Projekt will erforschen, wie die individuelle und emotionale Erfahrung von Zensur mit anderen geteilt werden kann, welche künstlerische Taktiken als Antwort auf Repression taugen, welche Subjektivitäten Zensur erzeugt und wie diese Subjektivierung durch Affekte verläuft.
Sie absolvierte Residiencies in Rijksakademie van Beeldende Kunsten, Amsterdam vom 2014-2015; und das International Studio and Curatorial Program, New York in 2016. Sağs Arbeiten wurden in zahreichen Museen, Gallerien und Filmfestivals weltweit präsentiert. Unter anderem MOCA, Taipei; Tütün Deposu, Istanbul; Tabakalera Film Seminar, San Sebastian; Toronto/Rotterdam/San Francisco/New York International Film Fest./International Documentary Film Fest. Amsterdam (IDFA); EYE Filmmuseum, Amsterdam; documenta14, Kassel; Marabouparken, Stockholm.
bit.contrast.org

Banu Karaca ist ausgeblidete Anthropologin und derzeit Mercator-IPC-Fellow am Istanbuler Policy Center der Sabanci University. In ihren neuesten und in Kürze erscheinenden Publikationen untersucht sie Themen wie die Verankerung der Kunst in der Gewalt des Staates und damit verbundene Kultur- und Museumspolitiken, die Freiheit des künstlerischen Ausdrucks, die Visualisierung geschlechterbezogener Erinnerungen an den Krieg und politische Gewalt sowie visuelle Bildung. Sie ist Mitbegründerin von Siyah-Bant, einer Forschungsplattform, die die Zensur in der Kunst dokumentiert, und arbeitet außerdem weiterhin an ihrer Forschung darüber, wie verlorene, enteignete und fälschlich zugeschriebene Kunstwerke die Praxis kunsthistorischen Schreibens in der Türkei formen.

Veranstaltungsort
Kunstpavillon

Rennweg 8a
A-6020 Innsbruck
+43 512 58 11 33
pavillon@kuenstlerschaft.at

Mi-Fr 11.00 – 18.00
Sa 11.00 – 15.00