Unearthing Disaster I & II

von Angela ANDERSON & Angela MELITOPOULOS

Plakat mit Bild von Angela Anderson und Angela Melitopoulos, Still aus Unearthing Disaster II, 2015.

Angela Anderson zeigt ihre gemeinsam mit Angela Melitopoulos entwickelten Zweikanal-Filme Unearthing Disaster I und II (2013 und 2015). Die Arbeiten stellen das Ergebnis jahrelanger Recherchen über die Zerstörung einer vormals unberührten Bergwaldregion im Nordosten Griechenlands durch Eldorado Gold, ein kanadisches Bergbauunternehmen, dar. Die Künstlerinnen dokumentieren darin den ökologischen, sozialen, ökonomischen und psychologischen Schaden, den die Errichtung dieses neuartigen Tagebaus zur Goldgewinnung verursacht hat.

Unearthing Disaster I (36 Min., 2013) begleitet lokale Umweltaktivist_innen auf einer Reise durch ihnen einst vertraute Landschaften, die innerhalb kürzester Zeit von den Mächten industriell-kapitalistischer Ressourcengewinnung bis zur Unkenntlichkeit verwandelt wurden. Das Ausmaß der bevorstehenden Zerstörung wird im Laufe der Reise immer deutlicher, wenn es um Millionen gefällter Bäume, Trinkwasserschwund und den Ausverkauf der Region durch lokale Politiker_innen geht. Die Künstlerinnen dokumentieren sowohl die gewalttätigen Begegnungen der Protestierenden mit der Polizei und der privaten Security der Bergbaufirma, als auch die Begegnungen mit dort beschäftigten Arbeitern, die das Abbauprojekt vehement verteidigen.

Unearthing Disaster II (26 Min, 2015) entfaltet eine poetische Sicht auf die Dinge, die im Zuge dieser gewaltvollen Auseinandersetzung auf dem Spiel stehen. Der Film stellt die molekularen, intelligenten, rhizomatischen Netzwerke von Pflanzen, Bäumen, Flüssen und Erde der massiv gewalttätigen, mechanischen Zerstörung dieser Netzwerke im Namen von Profit und „Entwicklung“ gegenüber.

Nach der Vorführung findet ein offenes Gespräch mit der Filmemacherin Angela Anderson statt.

Angela ANDERSON ist eine Künstlerin und Filmemacherin, die an der Schnittstelle zwischen den Feldern Philosophie, Ökologie, Wirtschaft, Migration, Medien und feministische & queere Theorie arbeitet. Ihrer Arbeit inhärent sind ein Bewusstsein über das Vorhanden-Sein einer intimen Verbindung zwischen medialer Produktion, Erinnerung und Vorahnung sowie das Potenzial audio-visueller Medien zur Eröffnung neuer Perspektiven. Ihr Studium der Wirtschaftswissenschaften und Lateinamerikanistik schloss sie mit einem BA der University of Minnesota ab, worauf wenig später ein MA in Film and Media Studies an der New School (NYC) folgte. Gegenwärtig schreibt Anderson an der Akademie der Bildenden Künste Wien an ihrer Doktorarbeit. Seit 2013 arbeitet sie mit Angela Melitopoulos an den audio-visuellen Forschungsprojekten Unearthing Disaster, The Refrain (2015) und Crossings (2017), das bei der documenta 14 gezeigt wurde. 2016 produzierte sie ihren Kurzfilm The Sea Between You and Me für die Ausstellung Voice Outside the Echo Chamber kuratiert von Katayoun Arian im Framer Framed (Amsterdam). Neuere Ausstellungsbeteiligungen inkludieren das Minnesota Street Project (San Francisco, 2017), Holbaek Images (2016) und die Thessaloniki Biennale (2015). Sie ist außerdem als Ausstellungsdesignerin des Forum Expanded bei den Internationalen Filmfestspielen in Berlin tätig und hat mit vielen anderen Künstler_innen und Filmemacher_innen an der Realisierung performativer, filmischer und installativer Projekte gearbeitet.
angelaolgaanderson.wordpress.com

Angela MELITOPOULOS ist Professorin an der School of Media Arts an der Royal Danish Academy of Fine Arts in Kopenhagen. Ihre Videoarbeiten, Installationen und Klangarbeiten konzentrieren sich auf Erinnerung, Zeit, politische Geografien, Migration und Mobilität. Mit dem langjährigen Mitarbeiter Maurizio Lazzarato produzierte Melitopoulos Werke wie Assemblages (2010-12), die Félix Guattaris Begriff des maschinischen Animismus analysierten. Für die documenta 14 produzierte sie 2017 die vierkanalige Videoinstallation Crossings – eine Zusammenarbeit mit Lazzarato und Angela Anderson, die sich mit dem aktuellen Krisenzustand in Griechenland beschäftigt. Mit Angela Anderson produzierte sie die Zweikanal-Videoinstallationen Unearthing Disaster I und II (2013 und 2015), die das Ergebnis einer mehrjährigen Untersuchung der Auswirkungen des Goldbergbaues im Nordosten Griechenlands waren.
www.documenta14.de/angela-melitopoulos



Veranstaltungsort
Künstlerhaus Büchsenhausen

Weiherburggasse 13
A-6020 Innsbruck
+43 512 278627
office@buchsenhausen.at