Unendliche Kolonien

Zum Abschluss ihres Fellowships in Büchsenhausen präsentierten Hansbauer & Konrad den ersten Teil des Hörbuchs Unendliche Kolonien als Teil einer hierfür konzipierten Rauminstallation. Das experimentelle Hörspiel thematisiert die Ökonomisierung und die Kontrolle von pflanzengenetischen Ressourcen.

Im Mittelpunkt der Arbeit steht das internationale Netzwerk von Pflanzengenbanken The Consultative Group on International Agricultural Research (CGIAR), das unter anderem von der Rockefeller Foundation, der Ford Foundation und der Weltbank in den 1970er Jahren gegründet wurde. CGIAR nimmt eine Vormachtstellung in der Kontrolle pflanzengenetischer Ressourcen sowie in der Verbreitung von Biotechnologie in „Entwicklungsländern“ ein. Ein Projekt dieses Netzwerks ist der katastrophensichere Saatgut-Bunker auf der Insel Spitzbergen, in dem bis zu 4,5 Millionen Pflanzensamen eingelagert werden sollen. Hauptsponsoren des Projekts sind neben der Weltbank private Firmen, die sich dadurch einen weltweit uneingeschränkten Zugriff auf genetische Ressourcen sichern.

Das Hörbuch Unendliche Kolonien besteht aus einer Reihe fiktionaler Erzählungen, von kolonialen Pflanzensammelreisen der KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen im 17. Jahrhundert bis hin zu den Weltkonstruktionen der Genbanken von heute.

Ursula HANSBAUER (*1973 in Salzburg) und Wolfgang KONRAD (*1974 in Graz) arbeiten seit 2000 gemeinsam als bildende KünstlerInnen und FilmemacherInnen in Wien. Sie haben an der Akademie der bildenden Künste in Wien studiert (Klasse Renée Green). Gemeinsame Arbeit u. a. an den Projekten Forst (2004, Film, Auszeichnung bei der Diagonale 2005), Niemandsland (2005, Ausstellung in der Galerie 5020 Salzburg) und Koloniale Saat (2008, Ausstellung im MUSA Wien).

Veranstaltungsort
Künstler:innenhaus Büchsenhausen

Weiherburggasse 13
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