Jeanne Penjan Lassus & Shahana Rajani

Wandmalerei, Jeanne Penjan Lassus & Shahana Rajani

What Remains of the Future: Belonging in the Delta

What Remains of the Future: Belonging in the Delta vertieft Jeanne Penjan Lassus und Shahana Rajanis Langzeitstudie über die Geschichte und Praxis von Zugehörigkeit und Widerstand im Indus-Delta in Pakistan. Hierbei verfolgt das Projekt, wie vertriebene Communities an der vordersten Front der Klimakrise versuchen, ihre Beziehungen zu ihren verlorenen Herkunftsgebieten und Wasserläufen aufrechtzuerhalten. Diese dringlichen Praktiken werden von sakralen Pädagogiken hervorgebracht und genährt, die sich auf alternative Wissensformen und Relationalitäten stützen.

In den Flussarmen, die die meisten, wenn nicht sogar alle Menschen verlassen haben, besteht weiterhin ein Netz von heiligen Schreinen. Basierend auf alten, synkretistischen Frömmigkeitspraktiken rund um den Indischen Ozean dienen diese Stätten als wichtige Bezugspunkte, durch die Communities einen Sinn für ihre stark veränderten Landschaften schaffen. Das Projekt von Lassus und Rajani befasst sich mit den Praktiken und Pädagogiken des gemeinschaftlichen Überlebens, der Fürsorge und des Widerstands, die an den Schnittstellen von heiligen Geografien, infrastruktureller Gewalt und der Klimakrise in Pakistan entstehen.

Sie untersuchen, wie sakrale Gemeinschaftspraktiken der Architektur, des Wissenserwerbs und der Repräsentation angepasst und eingesetzt werden, um neue Wege zu schaffen, die Verbindung zu diesen Gebieten aufrechtzuerhalten; die Intimität und Gegenseitigkeit in einer mehr-als-menschlichen Welt zu bewahren und neue Möglichkeiten zu eröffnen, die Zukunft zu imaginieren. Während der Fellowship werden Lassus und Rajani experimentieren und eine Mehrkanal-Sound- und Videoinstallation realisieren, die auf ihrer Feldforschung im Indus-Delta mit Fischer:innen-Communities und dem Pakistan Fisherfolk Forum basiert.

Text: Jeanne Penjan Lassus & Shahana Rajani

Jeanne Penjan Lassus ist eine in Bangkok lebende Künstlerin und Filmemacherin. Ihre Arbeiten beruhen auf Reflexionen über Sinneswahrnehmungen und die Durchlässigkeit von Räumen und Körpern. Sie untersucht, wie wir – Menschen und andere Lebewesen – unsere Umgebung wahrnehmen und ihr einen Sinn geben. Dabei konzentriert sie sich auf die Frage, wie Wahrnehmungen unsere Erfahrungen, Sprachen sowie die Art und Weise, wie wir uns im Raum bewegen und ausbreiten, prägen. Zu Lassus‘ Projekten gehören A Primordial Void, eine Einzelausstellung im Blind Space Bangkok, Eye your Ear im Bangkok Arts and Culture Center und das House of Flowing Reflection, ein Pavillon für die Bangkok Biennale 2018. Sie nahm am Ocean Fellowship 2020 teil (TBA21, Venedig), erhielt das Alserkal Art Foundation Research Grant 2020 und das Bangkok Art and Culture Center‘ Early Years Projects Residency Grant 2019.
http://jeannepenjanlassus.com/

Shahana Rajani greift in ihrer künstlerischen Praxis auf multidisziplinäre Methoden und Medien zurück, um die Landschaften und Visualitäten von Entwicklung, Militarisierung und Umweltzerstörung aufzuspüren. Gemeinschaftsbasierte und kollaborative Forschungsansätze sind zentral für ihre Arbeit. Sie ist Mitbegründerin von Karachi LaJamia (zusammen mit Zahra Malkani) – einem experimentellen Projekt, das radikale Pädagogiken im Zusammenhang mit den Kämpfen um Land und Wasser in Pakistan erforscht. Rajanis Einzel- und Gemeinschaftsarbeiten wurden unter anderem in Ausstellungen im Centre A, Vancouver (2022), der Alserkal Arts Foundation, Dubai (2022), SAVVY Contemporary, Berlin (2022), dem Uppsala Art Museum, Schweden (2020), der Ishara Art Foundation, Dubai (2019) und der Gandhara Art Gallery, Karachi (2018) gezeigt.
https://shahanarajani.com/