How to Revolutionize Art I. Collective Practice and Political Organization of Artists in the Interwar Period in Yugoslavia

Erstausstrahlung: Mo 02.03.2020, 11.06 Uhr MEZ
Wiederholung: Mi 18.03.2020, 21.00 Uhr MEZ
Eine Sendung in Zusammenarbeit mit: KURS (Miloš Miletić und Mirjana Radovanović), Vida KNEŽEVIĆ

Im Rahmen ihrer künstlerischen Investigation zur Kultur der Partisan_innenbewegung in Jugoslawien mit dem Titel Lessons in Defense wird das Künstler_innenkollektiv KURS eine Kunsthistorikerin und eine Kuratorin zu Gast haben, die sich in ihrer Forschung mit progressiven Künstler_innengruppierungen der 1930er Jahre aus Zagreb und Belgrad beschäftigen, die wiederum einen Einfluß auf die Kultur der Partisan_innen während des Zweiten Weltkriegs ausgeübt haben.

Die Präsentation von Vida Knežević wird eine Untersuchung theoretischer und praktischer Aspekte der kritischen Linken in der jugoslawischen Kultur beinhalten, die die komplexen Beziehungen kritischer Kunstpraktiken in der Zwischenkriegszeit und die politischen Praktiken des kollektiven Korpus der revolutionären sozialen Bewegung reflektieren soll. Die Fallstudie nimmt die illegale Künstler_innengruppe Život (1934 – 1940) in den Fokus. Diese entwickelte sich in einer Zeit staatlicher Repression und Zensur als heterogene Künstler_innengruppe mit pluralistischen ästhetischen Standpunkten, die die Idee von Kunst als sozialer Praxis vertrat, die für einen Klassenkampf mit künstlerischen und politischen Mitteln eintritt. Die künstlerische und politische Alltagspraxis der Gruppe kann als historisches Beispiel dafür dienen, wie wir uns heutzutage die Beziehungen zwischen künstlerischen Inhalten und Formen sowie den Begriff kollektiver Kunst und die Frage der politischen Organisation von Künstler_innen vorstellen können.

 

Diese Präsentation hören Sie in der März Ausgabe vom Büchs’n’Radio.

Quelle: https://cba.fro.at/452931

Büchs’n’Radio auf RADIO FREIRAD
105,9 MHz in Innsbruck und Umgebung
www.freirad.at

Miloš MILETIĆ und Mirjana RADOVANOVIĆ arbeiten gemeinsam an künstlerischen und forschungsbasierten Projekten unter dem Gruppennamen KURS. Darin erkunden sie, wie künstlerische Praxis zu verschiedenen sozialen Bewegungen beitragen und deren integraler Bestandteil werden kann. Ausgangspunkte hierfür sind oftmals Archivmaterialien, die sie mit revolutionärer Poesie und Prosa vermengen und einer Bildsprache progressiver Bewegungen aus der Vergangenheit unterziehen. Daraus entstehen meist Wandmalereien, Illustrationen und verschiedene Drucksachen wie Zeitungen, Poster oder Grafiken. Die so produzierten Inhalte sollten einem didaktischen Impetus folgen und dadurch für die breite Öffentlichkeit zugänglich und nachvollziehbar sein.

Projekte, die KURS in den letzten Jahren realisierte, sind unter anderem: die Recherche Lessons in Defense, die 2016 und 2017 über kulturelle Aktivitäten innerhalb der Volksbefreiungsbewegung durchgeführt wurde; die Wandmalerei Solidarity — to the International Brigades, in Belgrad, die dem 80. Jahrestag der Gründung der Internationalen Brigaden gewidmet wurde; die Wandmalerei Struggle, Knowledge, Equality, in Belgrad, anlässlich des Studententages, die Wandmalerei 20th October, anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung Belgrads; die Wandmalerei Factory to the Workers, in der Itas-Prvomajska Fabrik in Ivanec, Kroation, als Teil des 13. Urban Festivals; ein Aufenthalt in Chile, in der AIR Casa Poli; Teilnahme an dem Persona Non Grata-Programm in Ankara, organisiert vom AsiKeçi Kollektiv; sowie die Wandmalerei What Do We Know About Solidarity während der Qalandiya Biennale 2018 in Palästina.

www.udruzenjekurs.org

Vida KNEŽEVIĆ ist Kunsthistorikerin, Kuratorin, Kulturarbeiterin und Mitglied des Kontekst Kollektivs. Ihre Arbeit verfolgt einen Prozess der Verbindung kritischer Theorie und Praxis, von Kunst und Kultur mit breiteren sozialen wie politischen Auswirkungen. Vida arbeitete zwischen 2006 und 2010 an der Kontekst-Galerie. Von 2008 bis 2010 unterrichtete sie an der Advanced Vocational Studies School of Fine and Applied Arts in Belgrad. Seit 2014 ist sie Mitherausgeberin des Medienportals Masina.rs, das sich mit Aspekten der Produktion gesellschaftlicher Kritik befasst. Kürzlich schloss sie ihre Doktorarbeit über Theorie und Praxis der kritischen Linken in der jugoslawischen Kultur der Zwischenkriegszeit ab.