Start Up Lectures 2020-21: Activist Biographies in Eastern Europe – Airi Triisberg

Erstausstrahlung: Mo 03.02.2020, 11.06 Uhr MEZ
Wiederholung: Mi 19.02.2020, 21.00 Uhr MEZ
Eine Sendung in Zusammenarbeit mit: Airi Triisberg

Das Fellowship-Programm für Kunst und Theorie stellt im Jahr 2019-20 Arbeitsvorhaben in den Fokus, die sich mit bestimmten Identitätskonstruktionen beschäftigen, die für unsere Gegenwart von konstitutiver Bedeutung sind.  Im Rahmen der Start Up Lectures 2019-20 stellen die neuen Fellows sich und ihre Arbeit vor und werden geben Ausblick auf das jeweilige Arbeitsvorhaben in den kommenden Monaten.

Airi TRIISBERG beschäftigt sich in Büchsenhausen mit aktivistischen Biografien in Osteuropa. Das Rechercheprojekt beabsichtigt, soziale Bewegungen in der Region, mit einem besonderen Fokus auf die baltischen Staaten, zu dokumentieren, zu kontextualisieren und zu analysieren. Dazu wird eine Vielzahl von politischen Organisator_innen interviewt, die in politischen Bewegungen aktiv sind und oft auch an der Schnittstelle von Wissensproduktion, Kunst und Kultur arbeiten. Die Forschungsteilnehmer_innen sind in dem breiten Spektrum von Initiativen für mehr soziale Gerechtigkeit aktiv, unter anderem in queeren/feministischen Organisationen, Arbeitskämpfen, antirassistischer Politik und ökologischen Bewegungen.

Das Forschungsprojekt ist als ein Prozess aktivistischer Wissensproduktion konzipiert und wird mit der biographischen Methode realisiert. Dazu gehören vertiefende Interviews, in denen die Projektteilnehmer_innen aufgefordert werden, über ihre politischen Biografien nachzudenken.

 

In dieser Büchs’n’Radio Sendnung hören Sie die Präsentationen von Airi Triisberg.

 

Quelle: https://cba.fro.at/452929

Büchs’n’Radio auf RADIO FREIRAD
105,9 MHz in Innsbruck und Umgebung
www.freirad.at

Airi TRIISBERG ist eine unabhängige Kuratorin, Autorin und Pädagogin mit Sitz in Tallinn. Ihr Interesse gilt Themen wie Gender und Sexualität, Krankheit/Gesundheit und Un/fähigkeiten, Selbstorganisation und kollektive Fürsorgepraktiken sowie dem Kampf gegen prekäre Arbeitsbedingungen im Kunstbereich und darüber hinaus. Ihre Praxis operiert meist an der Schnittstelle zwischen politischer Bildung, Selbstorganisation und Wissensproduktion. Eines ihrer andauernden Forschungsinteressen konzentriert sich auf historische und gegenwärtige Momente, in denen die Erfahrungen eines Lebens mit Krankheit oder Beeinträchtigung im Dienste einer sozialkritischen Artikulation politisiert wurden. 2015 kuratierte sie Get Well Soon!, eine Ausstellung, in der soziale Imaginationen, die in den radikalen Bewegungen der 1970er Jahre wurzeln, künstlerischen Iterationen unterzogen wurden. 2010-2012 war Triisberg aktives Mitglied der Kunstarbeiterbewegung in Tallinn. 2015 veröffentlichte sie gemeinsam mit Minna Henriksson und Erik Krikortz das Buch Art Workers – Material Conditions and Labour Struggles in Contemporary Art Practice.