Start Up Lectures 2018-19: Three (or more) Ecologies: A Feminist Articulation of Eco-Intersectionality + The Past is an Arrow into the Future

Erstausstrahlung: Mo 05.11.2018, 11.06 Uhr MEZ
Wiederholung: Mi 21.11.2018, 21.00 Uhr MEZ
Eine Sendung in Zusammenarbeit mit: Angela Anderson, Michael Baers

Der Titel Three or more Ecologies bezieht sich auf Felix Guattaris gleichnamigen Kurztext. Darin legt er einen Vorgang dar, der als ein intersektionaler Modus des Denkens von Ökologie beschrieben werden kann, als „ethisch-politische Artikulation … zwischen den drei ökologischen Registern (der Umwelt, den sozialen Beziehungen und der menschlichen Subjektivität)‟. Mit den „drei Ökologien‟ als Ausgangspunkt beabsichtigt das audio-visuelle Rechercheprojekt, das ich in Büchsenhausen entwickeln möchte, zwei scheinbar besonders disparate Orte auf der Erde zusammenzubringen – die Dakotas in den Vereinigten Staaten und Rojava in Nordsyrien – wo Frauen aktiv gegen die patriarchalen und erdverschlingenden Maschinerien des militarisierten, extraktiven Kapitals kämpfen und kraftvoll das dringende Bedürfnis nach der Anerkennung eines (oder mehrerer) Werteregister artikulieren, die sich von denjenigen unterscheiden, die derzeit vom Kapitalismus angeboten werden.

The Past is an Arrow into the Future will Wetter und Geschichte sowohl in der Regelmäßigkeit ihrer Wiederholung als auch hinsichtlich ihres stochastischen Vorkommens zur Unzeit untersuchen. Als mehrkanalige Klanginstallation (mit visuellen Elementen) erdacht, könnte diese Arbeit auch für Radio/Podcast oder für eine Live Performance verwendet werden. Mitten in der Zwischenkriegszeit, vom Beginn der Großen Depression bis zur Wahl der Nationalsozialistischen Partei in Deutschland angesiedelt, verwebt sie individuelle, detailreiche Narrative aus den Leben von Politiker_innen, Persönlichkeiten des kulturellen Lebens sowie einfacher Menschen jener Zeit miteinander. Dazwischen sollen sich zeitgenössische Beschreibungen von Wetterbedingungen und -ereignissen einflechten, die die Erzählung nicht nur von einer geografischen Örtlichkeit zur nächsten bewegen, sondern auch auf Kausalität als komplexes, bis in seine lokalsten Manifestationen hineinreichendes Phänomen anspielen.

In der November Ausgabe hören Sie die Präsentationen der Start Up Lectures von Angela ANDERSON und Michael BAERS.

Quelle: https://cba.fro.at/451818

Büchs’n’Radio auf RADIO FREIRAD
105,9 MHz in Innsbruck und Umgebung
www.freirad.at

Angela ANDERSON ist eine Künstlerin und Filmemacherin, die an der Schnittstelle zwischen den Feldern Philosophie, Ökologie, Wirtschaft, Migration, Medien und feministische & queere Theorie arbeitet. Ihrer Arbeit inhärent sind ein Bewusstsein über das Vorhanden-Sein einer intimen Verbindung zwischen medialer Produktion, Erinnerung und Vorahnung sowie das Potenzial audio-visueller Medien zur Eröffnung neuer Perspektiven. Ihr Studium der Wirtschaftswissenschaften und Lateinamerikanistik schloss sie mit einem BA der University of Minnesota ab, worauf wenig später ein MA in Film and Media Studies an der New School (NYC) folgte. Gegenwärtig schreibt Anderson an der Akademie der Bildenden Künste Wien an ihrer Doktorarbeit. Seit 2013 arbeitet sie mit Angela Melitopoulos an den audio-visuellen Forschungsprojekten Unearthing Disaster, The Refrain (2015) und Crossings (2017), das bei der documenta 14 gezeigt wurde. 2016 produzierte sie ihren Kurzfilm The Sea Between You and Me für die Ausstellung Voice Outside the Echo Chamber kuratiert von Katayoun Arian im Framer Framed (Amsterdam). Neuere Ausstellungsbeteiligungen inkludieren das Minnesota Street Project (San Francisco, 2017), Holbaek Images (2016) und die Thessaloniki Biennale (2015). Sie ist außerdem als Ausstellungsdesignerin des Forum Expanded bei den Internationalen Filmfestspielen in Berlin tätig und hat mit vielen anderen Künstler_innen und Filmemacher_innen an der Realisierung performativer, filmischer und installativer Projekte gearbeitet.
angelaolgaanderson.wordpress.com

Michael BAERS erhielt 2014 seinen PhD in Practice von der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Er hat seine Arbeit international in vielen bedeutenden Kunstinstitutionen ausgestellt, unter anderem im Museum für Angewandte Kunst Frankfurt am Main, dem Haus der Kulturen der Welt in Berlin, und dem Van Abbemuseum in Amsterdam. Seit 2010 war seine Arbeit auf die kulturellen Ergebnisse der fehlenden Konfliktlösung im Nahen Osten und in Nordafrika fokussiert. Seit 2013 hat er im Rahmen eines einzigartigen fotografischen Projekts mit dem Titel Necessità dei Volti geforscht, das aus dem Krieg zwischen den Völkern der Westsahara und Marokkos hervorgegangen ist. Dazu gehörten auch Recherchen auf dem Feld der Medientheorie und der Visual Studies in Verbindung mit der Geschichte des westlichen Nordafrika. Zuvor erforschte Baers Kulturpolitiken in Israel und Palästina, woraus 2014 in Zusammenarbeit mit dem Haus der Kulturen der Welt in Berlin die Online-Publikation An Oral History of Picasso in Palestine entstand. Außerdem gestaltete er Comics und Texte über zeitgenössische Kunst und künstlerische Forschung, Kulturpolitik und Urbanismus und veröffentlichte Beiträge in internationalen Magazinen wie A-Prior, e-flux journal und Vector – critical research in context.