Geoffrey Garrison: The Cut. Freud’s Doppelgaenger

Geoffrey Garrison zeigte seinen neuen Film The Cut und erläuterte am Beispiel der Entstehung dieser Arbeit seine künstlerische Praxis.

John Hustons Freud: the Secret Passion (1961) ist ein wenig bekannter biografischer Film, der die Entdeckung der Psychoanalyse als eine Art Detektivgeschichte erzählt. Das Drehbuch basierte auf einem langen, komplexen Szenario, das von Jean-Paul Sartre verfasst und danach von einer Reihe von Hollywood-Drehbuch-Autoren umgeschrieben wurde. Nachdem Garrison sich durch die Schichten von weggelassenem, gestrichenem, vergessenem und verdrängtem Material durchgearbeitet hatte, kam eine andere Erzählung zum Vorschein – eine Erzählung, die sich mit den Spuren von Freud in der allgemeinen Vorstellungskraft befasst, mit Fiktion, Erinnerung und Geschichte und mit den unausweichlichen Komplexitäten der Übersetzung und Kommunikation. Diese Erzählung bildete den Ausgangspunkt für das Drehbuch, das Garrison in der Zeit an der Jan van Eyck Academie geschrieben hatte, und auch für die komprimierte Videoversion mit dem Titel The Cut. Letztlich stellte dieses Projekt die Frage, wie es überhaupt möglich ist, Geschichte und historische Figuren darzustellen.

Geoffrey Garrison (*1978 in Atlanta/USA) lebt und arbeitet in Berlin. In seiner Arbeit hinterfragt er projektbezogene Herangehensweisen in der Kunstproduktion mit besonderem Augenmerk auf die Beziehung zwischen Kunst und ihren Erzählungen. Er studierte an der Städelschule in Frankfurt (Klasse von Thomas Bayrle, 1998/99) und der Cooper Union for the Advancement of Science and Art in New York (1996–2001) und war Researcher an der Jan van Eyck Academie in Maastricht (2004–06).

www.geoffreygarrison.com

Veranstaltungsort
Künstler:innenhaus Büchsenhausen

Weiherburggasse 13
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office@buchsenhausen.at