Spuken im Archiv! (Politische Konfrontationen in der VBKÖ)

Sekretariat für Geister, Archivpolitiken und Lücken, SPUKEN IM ARCHIV!, 2016 Filmstill, Kamera: Liesa Kovacs & Nick Prokesch.

SPUKEN IM ARCHIV! ist ein Film- und Rechercheprojekt des Sekretariats für Geister Archivpolitiken und Lücken (SKGAL), das sich kritisch mit der*n Geschichte*n und dem Archiv der Vereinigung Bildender Künstlerinnen Österreichs (VBKÖ) auseinandersetzt.

Die VBKÖ wurde 1910 in Wien gegründet und war eine der ersten Organisationen in Europa, die die Interessen von Künstlerinnen vertrat. Während die feministischen Anfänge der Vereinigung auch aus zeitgenössischer Perspektive eine beeindruckende und wichtige Referenz darstellen, ist/sind die Geschichte*n der Vereinigung ambivalent: 1938 hatte sie sich dazu entschlossen mit dem Nationalsozialistischen Regime zusammenzuarbeiten, und nach 1945 gab es über mehrere Jahrzehnte keinen offensichtlichen Bruch mit den alltäglichen Routinen und personellen Besetzungen der Vereinigung während der Zeit des Nationalsozialismus.

Mit dem performativen Screening SPUKEN IM ARCHIV! lädt SKGAL dazu ein, den Geistern der VBKÖ zu folgen, und mit ihnen gemeinsam das Material im Archiv der Vereinigung neu zu betrachten und es Diskussionen und Interpretationen auszusetzen. Für dieses Projekt eignet sich SKGAL historisches Bild- und Textmaterial aus dem Archiv an, weist auf Lücken hin, ordnet Material um, und stellt eine Vielzahl von Verbindungen her. In dem Projekt spuken Geister durch Orte, Stimmen und Bilder und zeigen Strategien und Macht der Geschichte*n auf. Gemeinsam mit den Geistern widerspricht SKGAL eindeutigen Festschreibungen von Geschichte und versuchen stattdessen die Geschichte*n einer alten Künstlerinnenvereinigung zu aktualisieren oder auch herauszufordern!

Das Sekretariat für Geister, Archivpolitiken und Lücken (SKGAL) ist ein Arbeitsgruppe der Vereinigung Bildender Künstlerinnen Österreichs (VBKÖ), die 2012 von Nina Höchtl und Julia Wieger gegründet wurde. Mit SKGAL soll eine kritische Auseinandersetzung und Aufarbeitung der eigenen Vereinsgeschichte strukturell verankert werden. Sie arbeiten mit Lecture-Performances, Workshops, Text und Video, um die Rolle der VBKÖ während der Zeit des Austrofaschismus und Nationalsozialismus sowie ihre klassenspezifischen und kolonialen Verstrickungen zu thematisieren.

Gefördert aus den Mitteln von SHIFT.

Veranstaltungsort
Künstlerhaus Büchsenhausen

Weiherburggasse 13
A-6020 Innsbruck
+43 512 278627
office@buchsenhausen.at

Mi-Fr 11.00 – 18.00
Sa 11.00 – 15.00

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Bitte beachten Sie, dass die
Ausstellung an Feiertagen sowie
an folgenden Tagen geschlossen bleibt:
06. Juni, 22. Juni, 4. Juli 2018.