Post-turbo-fascist space and resistance practices in Europe. The case of former Yugoslavia
Erstausstrahlung: Mo. 02.01.2012, 11.00 Uhr MEZ
Eine Sendung in Zusammenarbeit mit: Ivana Marjanovic
Im Mittelpunkt der ersten Sendung im neuen Jahr steht die Arbeit der Kulturproduzentin und Theoretikerin Ivana MARJANOVIĆ, die gegenwärtig im Künstlerhaus Büchsenhausen als Stipendiatin des Internationalen Fellowship-Programms für Kunst und Theorie arbeitet. Unter dem Titel Artistic/cultural disobedience: a perspective of the struggles towards social and political rearticulation erarbeitet MARJANOVIĆ hier ein Projekt, in dessen Mittelpunkt die Schnittstelle zwischen Kunst und politischem Leben sowie die an diesem Überschneidungsort entstehenden Möglichkeiten steht. Als Bezugsrahmen für ihre Forschungsarbeit dient der Raum Ex-Jugoslawien, genauer Serbien, sowie Europa nach 1989. Die Untersuchung der Arbeit lokaler beziehungsweise transnationaler Kollektive wie QueerBeograd oder Biro Beograd bilden den Ausgangspunkt des Projekts. Durch eine Analyse dieser Arbeitsweisen und Ansätze soll ein Bezug zwischen Nationalismuskritik, dem Konservativismus von im postkommunistischen Übergang befindlichen Staaten und der neokolonialistischen Realität in Osteuropa hergestellt werden. Darüber hinaus beleuchtet das Projekt die Denaturalisierungsprozesse dieser Gesellschaftsformationen, sozialen Ungehorsam, Gegenverhalten, soziale und künstlerische/kulturelle Auseinandersetzungen, Räume für Allianzen und transnationale Kollaboration.
Ein Zwischenstand der Untersuchung wurde im Rahmen eines Vortrags am 27. Januar 2012 um 19.00 Uhr im Künstlerhaus Büchsenhausen vorgestellt. Im Vorfeld strahlt BÜCHS’N’RADIO die Start Up Lecture von Ivana Marjanovic aus. Unter dem Titel Post-turbo-fascist space and resistance practices in Europe. The case of former Yugoslavia gab sie am 21. Oktober 2011 Einblick in ihre bisherige Arbeit und gewährte einen Ausblick auf das Projekt in Büchsenhausen.
Büchs’n’Radio auf RADIO FREIRAD
105,9 MHz in Innsbruck und Umgebung
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Ivana MARJANOVIĆ ist Kuratorin, Autorin und seit 2019 Direktorin des Kunstraum Innsbruck. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf Kunst- und Kulturproduktion im Kontext des Transfers von transnationalem Wissen, der Migration, des postjugoslawischen Raumes sowie von Gender-Debatten. Marjanović studierte Kunstgeschichte an der Universität Belgrad (Abschluss 2005). Im Jahr 2017 schloss sie ihr Doktoratsstudium an der Akademie der bildenden Künste Wien ab. Seit 2019 ist sie Mitglied des Redaktionsteams von Migrazine – Online Magazin von Migrantinnen für alle (migrazine.at). Ivana Marjanović war 2011-2012 Büchsenhausen Fellow. Das erste Kapitel des Buches QueerBeograd Cabaret entstand in dieser Zeit im Künstler*innenhaus Büchsenhausen.