Ecology of Images

Anne SAUVAGNARGUES

Deep Space Climate Observatory Satellite, NASA.

 

ACHTUNG:

Der für Dienstag 15. Jänner 2019 geplante Vortrag der Philosophin Anne SAUVAGNARGUES über die Ökologie der Bilder findet aus Krankheitsgründen nicht statt. Ein neuer Termin wird so bald als möglich bekannt gegeben.

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Auf Einladung von Angela Anderson wird Anne Sauvagnargues ihre Vorstellung einer „Ökologie der Bilder“ als prozessuale Entwicklung von Wunschmaschinen und Assemblagen erläutern.

Gilles Deleuze und Félix Guattari, sowohl einzeln als auch gemeinsam, definieren jedes Zeichen als eine individuierende Begegnung (als das, was Gilbert Simondon ein „Signal“ nennt), die Konsistenz als vitale Perspektive gewinnt, und zwar innerhalb eines Zeichenregimes oder einer ökologischen Semiotik . Eine solche Semiotik ist immer plural, sie wird durch Interaktionen zwischen materiellen, biologischen und sozialen Kodierungen, zwischen funktionalen Qualitäten und assoziierten Milieus charakterisiert. Aus diesem Grund sind Wunschmaschinen kollektiv und nicht individuell, ökologische und nicht imaginäre Milieus, ökologisch existenzielle Territorien. Diese Milieus werden durch expressive Qualitäten als kollektive Habitationsassemblagen definiert und diversifiziert. Nach Deleuze und Guattari ist dieses spinozistische Zeichenkonzept sowohl diätetisch wie auch politisch und führt zu der von Sauvagnargues so genannten „Becomology“ der Zeichenregimes, die linguistische, diskursive Signifikanten mit asignifizierendem Material, darunter lebensnotwendigen, technischen und sozialen Kodierungen verbindet.

Der Vortrag von Anne Sauvagnargues findet im Kontext der künstlerischen Investigation Three (or more) Ecologies: A Feminist Articulation of Eco-Intersectionality von Angela ANDERSON statt.

Angela ANDERSON ist eine Künstlerin und Filmemacherin, die an der Schnittstelle zwischen den Feldern Philosophie, Ökologie, Wirtschaft, Migration, Medien und feministische & queere Theorie arbeitet. Ihrer Arbeit inhärent sind ein Bewusstsein über das Vorhanden-Sein einer intimen Verbindung zwischen medialer Produktion, Erinnerung und Vorahnung sowie das Potenzial audio-visueller Medien zur Eröffnung neuer Perspektiven. Ihr Studium der Wirtschaftswissenschaften und Lateinamerikanistik schloss sie mit einem BA der University of Minnesota ab, worauf wenig später ein MA in Film and Media Studies an der New School (NYC) folgte. Gegenwärtig schreibt Anderson an der Akademie der Bildenden Künste Wien an ihrer Doktorarbeit. Seit 2013 arbeitet sie mit Angela Melitopoulos an den audio-visuellen Forschungsprojekten Unearthing Disaster, The Refrain (2015) und Crossings (2017), das bei der documenta 14 gezeigt wurde. 2016 produzierte sie ihren Kurzfilm The Sea Between You and Me für die Ausstellung Voice Outside the Echo Chamber kuratiert von Katayoun Arian im Framer Framed (Amsterdam). Neuere Ausstellungsbeteiligungen inkludieren das Minnesota Street Project (San Francisco, 2017), Holbaek Images (2016) und die Thessaloniki Biennale (2015). Sie ist außerdem als Ausstellungsdesignerin des Forum Expanded bei den Internationalen Filmfestspielen in Berlin tätig und hat mit vielen anderen Künstler_innen und Filmemacher_innen an der Realisierung performativer, filmischer und installativer Projekte gearbeitet.
angelaolgaanderson.wordpress.com

Anne SAUVAGNARGUES ist Professorin am Institut für Philosophie der University of Paris Ouest Nanterre La Défense. Sie ist eine Spezialistin für Ästhetik und die Philosophie von Gilles Deleuze und leitet gemeinsam mit Fabienne Brugère die Sammlung Lignes d’art für Presses Universitaires de France. Sie ist Autorin zahlreicher Abhandlungen, darunter Deleuze and Art (Bloomsbury 2013), Artmachines: Deleuze, Guattari, Simondon (Edinburgh University Press 2016), und Deleuze. L’empirisme transcendental (Presses universitaires de France 2008, erscheint in Kürze bei der Edinburgh University Press).

Veranstaltungsort
Künstlerhaus Büchsenhausen

Weiherburggasse 13
A-6020 Innsbruck
+43 512 278627
office@buchsenhausen.at