‚I have nothing to do with it‘ – „Ich habe nichts damit zu tun“

Seçil YAYLALI & belit SAǦ

"I have nothing to do with it" – Zensur des künstlerischen Ausdrucks, Workshop von belit sağ & Seçil Yaylalı in Marabouparken Konsthalle, Stockholm, September 2017.

In diesem Workshop konzentrieren sich Seçil Yaylalı und belit sağ auf Zensurformen, die sich bereits im Vorfeld der Realisierung einer Arbeit manifestieren, wie etwa die Selbstzensur oder die Zensur, die im Zuge von Vorverhandlungen mit einer Institution vorkommen kann. Es geht dabei nicht zuletzt um die Schwierigkeit, als Künstler_in in dieser Arbeitsphase Zensur als solche zu erkennen. Mit Hilfe von Rollenspielen und dem Austausch individueller Erfahrungen werden sich die Teilnehmer_innen mit diesem Thema sowie mit der Frage nach Solidarität beschäftigen. Der Workshop richtet sich in erster Linie an Künstler_innen und Kulturarbeiter_innen mit mehrjähriger Arbeitserfahrung, die bereit sind, ihre jeweiligen Erfahrungen und ihr Wissen in einem offenen Austausch miteinander zu teilen – um dadurch voneinander zu lernen.

Anmeldung erbeten unter:
office@buchsenhausen.at

belit sağ lebt als Videokünstlerin in Amsterdam. Sie studierte Mathematik in Ankara und audiovisuelle Kunst in Amsterdam. Ihre Video-Praxis entwickelte sich in video-aktivistischen Künstler_innen-Gruppen in Ankara und Istanbul, wo sie Projekte wie karahaber.org (2000-2007) und bak.ma (ein wachsendes audiovisuelles Onlinearchiv für soziale Bewegungen in der Türkei) mitinitiierte. Ihre aktuelle Arbeit konzentriert sich auf die ‚Gewalt der Darstellung‘ beziehungsweise die ‚Darstellung der Gewalt‘. Ausgehend von ihrer eigenen Erfahrung mit Zensur in der Türkei lädt sağ im Rahmen ihres Fellowships in Büchsenhausen drei Künstlerinnen aus diesem Land, die ebenfalls persönlich Opfer von Zensur waren, nach Innsbruck ein. Durch einen offenen Austausch mit diesen Künstlerinnen beabsichtigt sağ, die Prozesse offenzulegen, die Künstler_innen auf Grund von Zensur durchmachen müssen, sowie die Auswirkungen auf ihr jeweiliges Leben und den jeweiligen künstlerischen Ausdruck. Das Projekt will erforschen, wie die individuelle und emotionale Erfahrung von Zensur mit anderen geteilt werden kann, welche künstlerische Taktiken als Antwort auf Repression taugen, welche Subjektivitäten Zensur erzeugt und wie diese Subjektivierung durch Affekte verläuft.
Sie absolvierte Residiencies in Rijksakademie van Beeldende Kunsten, Amsterdam vom 2014-2015; und das International Studio and Curatorial Program, New York in 2016. Sağs Arbeiten wurden in zahreichen Museen, Gallerien und Filmfestivals weltweit präsentiert. Unter anderem MOCA, Taipei; Tütün Deposu, Istanbul; Tabakalera Film Seminar, San Sebastian; Toronto/Rotterdam/San Francisco/New York International Film Fest./International Documentary Film Fest. Amsterdam (IDFA); EYE Filmmuseum, Amsterdam; documenta14, Kassel; Marabouparken, Stockholm.
bit.contrast.org

Seçil Yaylalı ist Künstlerin und Pädagogin mit einer Expertise in den Bereichen Stadtplanung, Industrie-Design und Kunst. Sie ist Mitbegründerin von PASAJ, einer in Istanbul ansässigen Künstler_innen-Initiative, die mit verschiedenen sozialen Gemeinschaften zusammenarbeitet und entsprechende Projekte, Ausstellungen und Workshops ermöglicht. Yaylalı unterrichtet an der Technischen Universität in Istanbul in den Fächern Design und Gegenwartskunst.

Veranstaltungsort
Künstlerhaus Büchsenhausen

Weiherburggasse 13
A-6020 Innsbruck
+43 512 278627
office@buchsenhausen.at