The Eye of the Camera

Vorführung der Episoden 1-3 des Films »Third Person (Plural) (2017-19)« von Aikaterini GEGISIAN und Diskussion mit Miguel AMADO (Kurator)

Aikaterini Gegisian, »Third Person (Plural)«, Filmstill, 2017-19

Third Person (Plural) (2017-19) von Aikaterini Gegisian bezieht sein visuelles Material aus dem umfangreichen Archiv US-amerikanischer Wochenschauen der Nachkriegsjahre 1945–1957, die die Künstlerin aus der Library of Congress in Washington, D.C. zusammengetragen hat. Der Film entstand größtenteils während Gegisians Fellowship im Künstlerhaus Büchsenhausen. Er geht der Rolle nach, die die damalige visuelle Populärkultur unter dem starken Einfluss der Wochenschau-Ästhetik bei der Gestaltung – und Gestaltungs- sowie Vermittlungskontrolle – des „Weltbildes“ spielte, insbesondere hinsichtlich ihrer Bedeutung in der Herstellung sowohl von Andersartigkeit als auch von nationalen sowie supranationalen Zugehörigkeitsvorstellungen.

Nach der Vorführung der ersten drei Episoden aus Gegisians Film werden einige der darin hervorgerufenen Fragen in einem Gespräch zwischen der Künstlerin und dem Kurator Miguel Amado diskutiert. Dazu gehören Themen wie die Wochenschau als spezifische Filmform, die Dokumentation und Unterhaltung miteinander verbindet, sowie das vielschichtige Verhältnis zwischen Hollywood und den amerikanischen Streitkräften bei der Herstellung eines ideologischen Konsenses durch die Entwicklung neuer Kameratechnologien und die Bildung eines industriell-spektakulär-militärischen Komplexes.

Die Veranstaltung findet im Kontext der künstlerischen Investigation Third Person (Plural) (2017-19) von Aikaterini GEGISIAN und in englischer Sprache statt.

Aikaterini GEGISIAN ist griechisch-armenischer Herkunft; sie lebt und arbeitet zwischen Großbritannien und Griechenland. Aufbauend auf ihrem Beitrag im armenischen Pavillon bei der 56. Biennale von Venedig (2015, Goldener Löwe für die beste nationale Teilnahme), hat sie in den letzten beiden Jahren eine Reihe von Auftragsarbeiten entwickelt, die die Rolle von Bildern bei der Konstruktion nationaler und genderspezifischer Identitäten erkunden. Sie wurden unter anderem im Jüdischen Museum, Moskau; dem National Arts Museum of China, Peking; dem Middlesbrough Institute of Modern Art,UK; im BALTIC, Newcastle; in der Calvert 22 Foundation, London; in der Kunsthalle Osnabrück; im DEPO, Istanbul; und dem Yermilov Centre, Ukraine gezeigt. 2018 war sie Research Fellow in der Library of Congress, Washington DC.
gegisian.com

Miguel AMADO ist Direktor sowie Kurator von Cork Printmakers, Irland. Seine Praxis erforscht alternative Narrative zum Mainstream des Kunstmarkts und der Kustgeschichte, und kehrt unter Berücksichtigung von Zweckdienlichkeitsaspekten subalterne Kunstpraktiken hervor. In den letzten Jahren hat er mit Aikaterini Gegisian zusammengearbeitet, ihre erste Filmretrospektive kuratiert und verschiedene Arbeiten für das Middlesbrough Institute of Modern Art, England, in Auftrag gegeben, wo er von 2015 bis 2018 als Senior Curator tätig war.

Veranstaltungsort
Kunstpavillon

Rennweg 8a
A-6020 Innsbruck
+43 512 58 11 33
pavillon@kuenstlerschaft.at

Mi-Fr 11.00 – 18.00
Sa 11.00 – 15.00