Transgressions of the Real

Kush Badhwar | Yara Haskiel | Ash Moniz | Mykola Ridnyi

Foto: Andrei Siclodi | Design: Annette Sonnewend

Eine Ausstellung des Büchsenhausen Fellowship-Programms für Kunst und Theorie 2020-21.

kuratiert von Andrei Siclodi

ERÖFFNUNG: Donnerstag, 17. Juni 2021, 18.00 – 22.00
AUSSTELLUNGSDAUER: 18. Juni 2021 – 7. August 2021
ÖFFNUNGSZEITEN: Mi – Fr 12.00 – 18.00; Sa 11.00 – 15.00

Die Teilnehmer:innen am Fellowship-Programm 2020-21 zeigen in Büchsenhausen entwickelte Arbeiten, die das Reale als soziopolitische Szenarien der Gegenwart hypostasieren. Gegenerzählungen der Staatsgründung im Hinblick auf Telangana, den jüngsten Bundesstaat Indiens; Strategien des Erinnerns an gesellschaftlich umkämpften Orten in Thessaloniki; das Phänomen der „Billigflaggen“ und die rechtlichen und arbeitssozialen Verschiebungen, die mit dieser „territorialen Erweiterung“ von Nationalstaaten einhergehen sowie die Darstellbarkeit von Gewalt, ohne Gewaltbilder zu reproduzieren, bilden die thematischen Schwerpunkte, um die die künstlerischen Arbeiten entwickelt wurden.

Aktuelle Informationen zu im Künstlerhaus Büchsenhausen im Rahmen der Ausstellung stattfindenden Veranstaltungen finden Sie auf unserer Website.

Der Besuch der Ausstellung und der Veranstaltungen ist nur unter Einhaltung der aktuellen COVID-19 Regularien möglich.

Die Künstler:innen:

Kush BADHWAR ist ein Künstler und Filmemacher, der sich mit Medien, Kunst, Film und weiteren gesellschaftlichen Kontexten befasst. Er interessiert sich für die Ökologie von Ton und Bild über Zeitspannen und politische Veränderungen hinweg. Er glaubt an das Potenzial von Forschung und Kollektivität. Unter anderem hat er eng mit wala, Word Sound Power, Frontyard Projects und Khanabadosh zusammengearbeitet.

Ausgewählte Filmvorführungen oder Ausstellungen seiner Arbeit fanden u.a. beim Addis Video Art Festival, dem Flaherty Seminar, der Tallinn Photomonth Biennale, Five Million Incidents, Experimenta Bangalore, Sarai Reader 09, Videobrasil und Forum Expanded, Berlinale statt. Zudem war er Stipendiat des Pad.ma’s Fellowship for Experiments with Video Archives und des India Foundation of the Arts Archival Fellowship.
https://waydk.com/

Yara HASKIEL ist Videokünstlerin und Forscherin. Sie studierte Experimentalfilm sowie Kunst und Medienkunst an der Universität der Künste in Berlin und Hamburg bei Hito Steyerl, Heinz Emigholz und Gerd Roscher. Sie erhielt einen Master in Museologie und Kritischer Theorie von der Autonomen Universität Barcelona. 2014-15 nahm sie am Program for Independent Studies (PEI) am Museum für Zeitgenössische Kunst (MACBA) in Barcelona teil. Ihr gemeinschaftliches Ausstellungsprojekt Personal Geographies wurde in Berlin und Belgrad (2016-2018) gezeigt. Im Jahr 2019 wurde ihr Forschungsprojekt Assembly of Sleepless Matter mit dem Künstler-Forschungsstipendium des Senatsreferats für Kultur und Europa, Berlin, ausgezeichnet. Derzeit ist sie Doktorandin der Rosa-Luxemburg-Stiftung und des Institute for Visual Cultures am Goldsmiths, London.

Die Zusammenhänge zwischen Erinnerung und Dislokation von kleinen und vergessenen Erzählungen und deren transgenerationellen affektiven Konstellationen sind zentrale Themen in ihrer Arbeit. Darüber hinaus beschäftigt sie sich mit Mikropolitiken und deren Prekaritäten. Yara Haskiel experimentiert mit Videotagebüchern, Found Footage und neuen Medien und entwickelt daraus Video-Essays und Multi-Screen-Installationen, die sich der Reflexivität verschreiben.

Ihre Video-Essays wurden ausgestellt und vorgeführt unter anderem in: Goethe-Institut Toronto und Nikosia, Biennale Athen, Galerie àngels barcelona, Kunsthalle am Hamburger Platz, Capacete Athen, Podroom Galerie Belgrad, Contemporary Institute for Art & Thought, Berlin, texture Berlin, Galerie BHVH Stemmer Kopenhagen, Centre de Cultura de Dones Francesca, Barcelona, Monitor Fest Iraklio, Polychoros KET Athen, Dimitria Thessaloniki, Internationales Frauenfilmfestival Dortmund / Köln, Internationale Kurzfilmtage Oberhausen, Kassler Dokfest, goEast Wiesbaden, Moldoist Internationales Filmfestival Kiew, Festival du Court-Métrage de Clermont-Ferrand, Kampnagel-Theater Hamburg, Ballhaus Naunynstraße, Universität Wien, Alice-Salomon-Universität, Universität Perugia, Universität Thessalien.
https://vimeo.com/haskielproductions

Ash MONIZ ist ein* multidisziplinärer* Künstler*, dessen* Praxis die Medien Performance, Installation, Video und Film umfasst. In seinen* Recherchen geht es gegenwärtig um die Absicherungen von Lieferketten-Logistik und die damit verbundene Arbeit. Anhand von Interviews und mithilfe performativer Kollaborationen setzen sich die Investigationen mit der Art und Weise der Erzählung von Geschichten auseinander. Die Zeitlichkeit der Erzählstruktur der Just-in-Time-Transportlogistik wird dabei deskonstruiert. Das englische Wort „plot“ und seine historische etymologische Verbindung zwischen Landbesitz und der Anordnung der dramatischen Struktur einer Bühneinszenierung ist grundlegend dafür, wie Moniz an die Schnittstelle von Kartographie und Szenographie herangeht. Moniz arbeitet mit Artefakten, Dokumenten und gefundenen Medien, die von London 1792 bis Sokhna 2013 reichen, und „zeichnet“ systematische Bewegungsabläufe innerhalb der Wertströmungen, Subjektstatus und Kausalität „auf“.

Mit einem BA von der OCAD Universität,Toronto hat Moniz an unabhängigen Studienprogrammen wie der Raw Academy (Dakar, Senegal), dem Harun Farocki Institut (Berlin) und Mass Alexandria (Alexandria, Ägypten) teilgenommen. Einzelausstellungen fanden in der Townhouse Gallery (Kairo), dem Sishang Museum (Peking) und Birch Contemporary (Toronto) satt; Duo-Ausstellungen bei Kelder Projects (London) und Pari Nadimi (Toronto); und Gruppenausstellungen im Forum Expanded | Berlinale (Berlin), der Biennale Dakar (Dakar) und dem Minsheng Museum (Shanghai) [u.a.]. Er* lehrt am Cairo Institute for Liberal Arts and Sciences und schreibt Kunstkritiken für das ägyptische Online-Magazin Mada Masr. Moniz war von 2014-2018 Mitglied des Künstler:innenkollektivs ADL und 2014-15 stellvertretender Kurator* des AMNUA-Museums in Nanjing, China.

Mykola RIDNYI ist Künstler, Filmemacher und Essayist und lebt in Kiew, Ukraine. Seine Arbeit ist medienübergreifend und reicht von frühen politischen Aktionen im öffentlichen Raum bis hin zur Verschmelzung von ortsspezifischen Installationen, Fotografie und Bewegtbildern. In seinen jüngsten Filmen experimentiert er mit nichtlinearen Montage- und Collagetechniken an der Schnittstelle zwischen Dokumentation und Fiktion. Die Verbindung mit alternativen Zeiten und Phänomenen, der Einfluss der Vergangenheit auf die Gegenwart und Zukunft sowie die drängende Polemik der Manipulation des historischen Gedächtnisses, die sich aus zeitgenössischen politischen Agenden ableiten lässt, gehören zu den Hauptthemen, die sich in seinen Engagements, Initiativen und Projekten zeigen.
Ridnyi war Gründungsmitglied der Gruppe SOSka – ein Kunstkollektiv, das seinen Ursprung in Charkiw, Ukraine, hat. Er ist mitwirkender Herausgeber von Prostory, einem Online-Magazin über Kunst und Gesellschaft. Seine Werke wurden u.a. auf der Biennale für zeitgenössische Kunst in Venedig, der Biennale Schule von Kiew – Kiew, der Pinakothek der Moderne in München, der daad galerie in Berlin, der Transmediale in Berlin, dem Zentrum für Kunst und Medien in Karlsruhe, der Galerie für Zeitgenossische Kunst in Leipzig, dem Museum für Moderne Kunst in Warschau und der Bonniers konsthall in Stockholm ausgestellt. Er war u.a. Stipendiat der Akademie der Künste in Berlin, Iaspis in Stockholm und Gaude Polonia in Krakau.
http://www.mykolaridnyi.com/

Veranstaltungsort
Kunstpavillon

Rennweg 8a
A-6020 Innsbruck
+43 512 58 11 33
office@kuenstlerschaft.at

Mi-Fr 12.00 – 18.00
Sa 11.00 – 15.00