Judith Klemenc

Foto: Daniel Jarosch. 2019. barro negro, perlen. 6-teilig. 180x120x20cm.

Judith KLEMENC setzt sich in ihrer künstlerischen Arbeit, die Objekte, Installationen, Videos und Performances umfasst, intensiv mit dem wirklichkeitsstiftenden und transformatorischen Potential der Kunst auseinander. Entlang der subtilen Differenzlinien zwischen Körper und Sprache ist es immer wieder die Frage des Geschlechts, die zur Disposition steht. Geschlechtsidentität, sexuelle Orientierung, soziale Anrufung, die Genese von Körperlichkeit – die künstlerische Bearbeitung dieser Fragen stellt eine Übersetzung vom Intelligiblen ins Sinnliche dar. Wissenschaftliche Auseinandersetzung mündet in eine ästhetische und umso transformativere Formensprache. Darin zeigt sich wesentlich die Handschrift Klemencs: Kritik an bild- und sprachimmanenten Strukturen von gesellschaftspolitischer Gewalt findet nie von außen statt, sondern regt sich immer schon inmitten der Verhältnisse. Ihre Kunst bleibt nicht bei der Kritik stehen, sondern vermag es bereits, neue Assoziationen zu mobilisieren und menschenwürdige Reflexionsräume zu eröffnen. Ein ethisch-ästhetischer Anspruch wird somit zentral: die Anerkennung aller Menschen in ihren unterschiedlichen Verletzbarkeiten. 

Text: Elisabeth Schäfer

Judith Klemenc studierte an der Kunstschule Wien Keramik und Bildhauerei, an den Universitäten Wien und Innsbruck Pädagogik/Frauenforschung, am Mozarteum Salzburg Lehramt Bildnerische Erziehung/Werkerziehung und promovierte an der Universität Innsbruck. Ein Jahr vertiefte sie sich in die Sprachkunst an der Angewandten Wien.
Zahlreiche Ausstellungen begleiten ihren Lebenslauf im In- und Ausland. In jüngster Zeit bevorzugt sie den öffentlichen Raum als ein soziales Spielfeld, in dem Erfahrungen zwar hergestellt, durchbrochen, durchgesetzt und ausgehandelt werden aber auch offenbar und beschreibbar werden können, um gleichsam das Verhältnis zwischen Individuum und Gesellschaft zu verändern.

http://judithklemenc.at/